Wohnungsbesichtigung: Checkliste, Fragen an den Vermieter & Tipps
Bei einer Wohnungsbesichtigung hast du oft nur zehn Minuten. In der Zeit musst du einen guten Eindruck machen und gleichzeitig prüfen, ob die Wohnung hält, was die Anzeige verspricht.
Hier bekommst du eine Checkliste zum Ausdrucken, die wichtigsten Fragen an den Vermieter und die Fehler, die dich später Geld kosten können.
So bereitest du dich auf die Wohnungsbesichtigung vor
Ob du nach dem Termin noch im Rennen bist, entscheidet sich oft schon vorher. Vermieter merken sich vor allem die Interessenten, die vorbereitet wirken und direkt sagen können, dass sie die Wohnung wollen.
Nimm deinen Personalausweis mit, den du allerdings nur vorzeigen musst. Hab außerdem eine ausgefüllte Mieterselbstauskunft und deine wichtigsten Unterlagen dabei, falls sich der Vermieter gleich vor Ort entscheidet. Das Handy brauchst du für Fotos von Mängeln und zum Ausmessen.
Komm fünf Minuten früher. Dann siehst du dir in Ruhe Haus, Treppenhaus und Umgebung an, bevor die anderen Interessenten eintreffen.
Checkliste Wohnungsbesichtigung: PDF und Word
Die Checkliste hat vier Teile: Mitnehmen, in der Wohnung prüfen, Fragen an den Vermieter und nach der Besichtigung. Neben jedem Punkt ist Platz für Notizen.
Muster zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Bitte vor dem Gebrauch auf deinen Fall prüfen.
Druck dir für jede Wohnung eine eigene Wohnungsbesichtigung-Checkliste aus. Nach drei Terminen weißt du sonst nicht mehr, wo das Bad ein Fenster hatte.
Darauf achtest du in der Wohnung
Der Vermieter zeigt dir die schönen Seiten. Die wichtigen Details musst du selbst finden, und dafür reichen ein paar gezielte Blicke.
Feuchtigkeit zuerst. Schimmel versteckt sich in Zimmerecken, an Fensterlaibungen, hinter Schränken und im Bad. Riecht es muffig oder sind einzelne Stellen frisch gestrichen, frag nach. Feuchte Wände sind der Mangel, der dich später am meisten Nerven kostet.
Dann die Technik. Schau dir Fenster und Heizkörper an und frag, wie geheizt wird, denn das bestimmt einen großen Teil deiner Nebenkosten. Dreh in Küche und Bad kurz den Hahn auf: Wie schnell kommt warmes Wasser, und wie ist der Druck? Achte auch darauf, ob es genug Steckdosen gibt und ob du in jedem Raum Handyempfang hast.
Zum Schluss Lärm und Zustand. Öffne ein Fenster zur Straße und hör kurz hin. Kratzer, Flecken oder gesprungene Fliesen fotografierst du, damit sie dir beim Auszug nicht angelastet werden.
Fragen an den Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung
Die richtigen Fragen zeigen, dass du dich ernsthaft interessierst, und schützen dich vor Überraschungen. Diese sechs solltest du immer stellen:
- Wie hoch waren die Nebenkosten zuletzt tatsächlich? Die Vorauszahlung in der Anzeige ist oft zu niedrig angesetzt.
- Wie wird geheizt, und was hat das gekostet?
- Gibt es eine Staffel- oder Indexmiete? Dann steigt die Miete automatisch.
- Werden die Mängel vor dem Einzug behoben?
- Warum zieht der Vormieter aus? Die Antwort verrät oft mehr als jede Anzeige.
- Wie geht es weiter, und bis wann entscheiden Sie?
Einzugstermin und Kaution klärst du nebenbei. Und falls der Vormieter dir Küche oder Möbel gegen Ablöse verkaufen will: Der Preis ist fast immer verhandelbar.
4 Dinge, die du über die Wohnungsbesichtigung nicht wusstest
- Mängel, die du siehst und nicht ansprichst, kannst du später nicht mehr geltend machen. Wer einen Mangel bei Vertragsschluss kennt, verliert das Recht auf Mietminderung (§ 536b BGB). Lass dir Mängel deshalb schriftlich bestätigen, mit der Zusage, dass sie behoben werden.
- Bei der Besichtigung reichen Name und Kontaktdaten. Nach dem Einkommen darf der Vermieter laut Datenschutzkonferenz erst fragen, wenn du die Wohnung mieten willst. Eine Ausweiskopie darf er gar nicht verlangen.
- Eine Maklerprovision zahlst du nur, wenn du den Makler selbst beauftragt hast. Hat der Vermieter ihn beauftragt, zahlt der Vermieter (Bestellerprinzip, § 2 WoVermittG). Vorschüsse sind immer verboten.
- Die Kaution ist erst zum Mietbeginn fällig. Sie darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen, und du darfst sie in drei Raten zahlen (§ 551 BGB). Wer bei der Besichtigung Geld will, ist unseriös oder ein Betrüger.
Dos and Don'ts bei der Wohnungsbesichtigung
| Do | Don't |
|---|---|
| Pünktlich kommen und dich mit Namen vorstellen | Zu spät kommen und wortlos durch die Räume gehen |
| Mängel fotografieren und ansprechen | Höflich über Schimmel hinwegsehen |
| Konkrete Fragen zu Kosten und Heizung stellen | Erzählen, dass du noch zehn andere Wohnungen anschaust |
| Am selben Tag per Nachricht nachfassen | Tagelang mit der Rückmeldung warten |
| Wohnung von innen gesehen haben, bevor du zahlst | Kaution oder „Schlüsselgebühr“ vorab überweisen |
Die letzte Zeile ist kein Detail. Eine typische Betrugsmasche: Der angebliche Vermieter ist im Ausland und schickt den Schlüssel gegen Vorkasse. Den Schlüssel gibt es nie.
Nach der Besichtigung: Interesse bestätigen
Melde dich noch am selben Tag. Damit bleibst du in Erinnerung, während der Vermieter noch sortiert. Diesen Text kannst du anpassen:
Guten Tag Frau/Herr [Name],
vielen Dank für die Besichtigung der Wohnung in der [Straße] heute. Die Wohnung hat mir sehr gut gefallen, besonders [konkretes Detail].
Ich möchte die Wohnung gerne mieten. Meine Mieterselbstauskunft und alle weiteren Unterlagen kann ich Ihnen jederzeit schicken.
Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
Beste Grüße
[Name]
Muster zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Bitte vor dem Gebrauch auf deinen Fall prüfen.
Das konkrete Detail ist der wichtigste Teil. Es zeigt, dass du dich an genau diese Wohnung erinnerst und keinen Massentext schickst.
Fazit
Eine gute Wohnungsbesichtigung beginnt vor dem Termin: Unterlagen dabei, Fragen vorbereitet, Checkliste in der Hand. In der Wohnung prüfst du kritisch und fotografierst Mängel, danach meldest du dich am selben Tag.
Und weil die besten Wohnungen schnell weg sind: Neue Inserate auf allen Portalen meldet dir Immobot per Push, damit du als Erster einen Termin bekommst.
Häufig gestellte Fragen zur Wohnungsbesichtigung
Was muss ich zur Wohnungsbesichtigung mitnehmen?
Deinen Personalausweis zum Vorzeigen, eine ausgefüllte Mieterselbstauskunft und eine Mappe mit deinen Unterlagen. Dazu dein Handy für Fotos und eine Checkliste, damit du nichts übersiehst.
Welche Fragen sollte ich bei der Wohnungsbesichtigung stellen?
Frag nach den tatsächlichen Nebenkosten, der Heizungsart, der Kaution, dem Einzugstermin und ob es eine Staffel- oder Indexmiete gibt. Wichtig ist auch, ob vorhandene Mängel vor dem Einzug behoben werden und bis wann der Vermieter entscheidet.
Was darf der Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung fragen?
Bei der Besichtigung nur nach Name und Kontaktdaten, bei Sozialwohnungen zusätzlich nach dem Wohnberechtigungsschein. Fragen zu Einkommen und Beruf sind erst erlaubt, wenn du die Wohnung mieten möchtest.
Wie lange dauert eine Wohnungsbesichtigung?
Bei Massenbesichtigungen oft nur zehn bis fünfzehn Minuten, bei Einzelterminen etwa eine halbe Stunde. Plane trotzdem mehr Zeit ein, damit du dir auch Haus und Umgebung ansehen kannst.
Was ziehe ich zur Wohnungsbesichtigung an?
Gepflegt und alltagstauglich, so wie bei einem Treffen mit einem neuen Kunden. Anzug ist nicht nötig, Sportkleidung wirkt aber schnell unvorbereitet.
Was heißt Wohnungsbesichtigung auf Englisch?
Im britischen Englisch sagt man „flat viewing“ oder „apartment viewing“, im amerikanischen Englisch „apartment showing“. Ein Besichtigungstermin heißt „viewing appointment“.
