Wohnberechtigungsschein (WBS): Voraussetzungen, Einkommensgrenzen & Antrag

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Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen: Voraussetzungen, Einkommensgrenzen und Checkliste

Wohnberechtigungsschein (WBS): Voraussetzungen, Einkommensgrenzen & Antrag

Für viele günstige Wohnungen brauchst du einen Wohnberechtigungsschein. Viele beantragen ihn nie, weil sie glauben, zu viel zu verdienen. Oft stimmt das nicht, denn das Amt rechnet anders als dein Gehaltszettel.

Hier erfährst du, wer einen WBS bekommt, wie du ihn beantragst und wo du freie Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein findest. Dazu gibt es eine Checkliste aller Unterlagen zum Herunterladen.

Was ist ein Wohnberechtigungsschein?

Ein Wohnberechtigungsschein, kurz WBS oder umgangssprachlich WBS-Schein, ist eine Bescheinigung vom Amt. Sie zeigt, dass du eine öffentlich geförderte Wohnung mieten darfst, also eine Sozialwohnung.

Der Vermieter einer solchen Wohnung darf sie nur an Mieter mit WBS vergeben (§ 27 WoFG). Dafür ist die Miete gedeckelt und meist deutlich günstiger als auf dem freien Markt.

Im Schein steht außerdem, wie groß deine Wohnung sein darf, nach Zimmern oder Quadratmetern. Das richtet sich nach der Zahl der Personen in deinem Haushalt.

Wer bekommt einen WBS? Voraussetzungen

Einen Wohnberechtigungsschein bekommst du, wenn:

  • du dauerhaft in Deutschland lebst und einen eigenen Haushalt führen willst
  • dein Haushaltseinkommen unter der Einkommensgrenze liegt

Das gilt auch für Studierende, Azubis und Rentner. Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle, solange du dich rechtlich dauerhaft hier aufhalten darfst.

Die Einkommensgrenzen

Die Grenzen des Bundes stehen in § 9 WoFG:

Einkommensgrenzen Wohnberechtigungsschein laut Bund: 12.000 Euro für 1 Person, 18.000 Euro für 2 Personen, plus 4.100 Euro je weitere Person
HaushaltGrenze pro Jahr
1 Person12.000 €
2 Personen18.000 €
Jede weitere Person+ 4.100 €
Für jedes Kind zusätzlich+ 500 €

Wichtig: Die Länder dürfen eigene Grenzen festlegen, und viele liegen deutlich höher. In Berlin gibt es zum Beispiel einen WBS 140, der die Bundesgrenze um 40 Prozent überschreiten darf. Prüf deshalb immer die Grenze deines Bundeslands.

So rechnet das Amt dein Einkommen

Die Grenze bezieht sich nicht auf dein Bruttogehalt. Das Amt zieht vorher einiges ab:

So rechnet das Amt das Einkommen für den Wohnberechtigungsschein: Brutto, minus Werbungskosten, minus dreimal 10 Prozent
  1. Bruttoeinkommen aller Haushaltsmitglieder für die nächsten 12 Monate
  2. Minus Werbungskosten, bei Angestellten mindestens die Pauschale von 1.230 €
  3. Minus je 10 Prozent für Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung und Rentenversicherung
  4. Minus Freibeträge, etwa für junge Ehepaare oder bei Schwerbehinderung

Beispiel: Eine Person verdient 22.000 € brutto im Jahr. Nach Abzug der Pauschale bleiben 20.770 €, nach den drei 10-Prozent-Abzügen rund 14.540 €. Das liegt über der Bundesgrenze von 12.000 €, aber unter der Berliner Grenze für den WBS 140 von 16.800 €.

5 Dinge, die du über den Wohnberechtigungsschein nicht wusstest

  1. Es zählt dein Einkommen der nächsten 12 Monate. Sichere Änderungen werden berücksichtigt, etwa Elternzeit, Rentenbeginn oder ein auslaufender Vertrag (§ 22 WoFG). Wer bald weniger verdient, kann schon jetzt einen WBS bekommen.
  2. Junge Ehepaare bekommen 4.000 € Freibetrag. Das gilt bis fünf Jahre nach der Hochzeit, wenn beide unter 40 sind. Bei Schwerbehinderung gibt es bis zu 4.500 € pro Person.
  3. Gezahlter Unterhalt senkt dein Einkommen. Unterhalt an Ex-Partner oder Kinder, die nicht bei dir wohnen, wird abgezogen.
  4. Der WBS ist in der Regel nur ein Jahr gültig. Ohne gültigen Schein darf der Vermieter dir die Wohnung nicht geben. Verlänger ihn rechtzeitig, wenn du noch suchst.
  5. Er gilt meist nur in deinem Bundesland. Ziehst du in ein anderes Land, beantragst du den WBS beim Amt deines neuen Wohnorts.

Wohnberechtigungsschein beantragen: Schritt für Schritt

So läuft es ab, wenn du einen WBS-Schein beantragen willst:

  1. Zuständiges Amt finden: meist Wohnungsamt, Bürgeramt oder Bezirksamt deiner Stadt. Zuständig ist der Ort, an dem du wohnen willst.
  2. Antragsformular holen: auf der Website deiner Stadt, oft auch als Online-Antrag
  3. Unterlagen sammeln: Einkommensnachweise, Ausweise, je nach Fall Rentenbescheid oder Schwerbehindertenausweis. Unsere Checkliste hilft dir dabei.
  4. Antrag einreichen: online, per Post oder vor Ort
  5. Bescheid abwarten und den WBS bei jeder Bewerbung um eine Sozialwohnung vorlegen
Checkliste Wohnberechtigungsschein · alle Unterlagen

Muster zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Bitte vor dem Gebrauch auf deinen Fall prüfen.

Wohnberechtigungsschein online beantragen geht in vielen Städten, zum Beispiel in Berlin und Hamburg. Such auf der Website deiner Stadt nach „Wohnberechtigungsschein“.

Wohnberechtigungsschein in Berlin und Hamburg

In den beiden Städten mit den meisten Anfragen gelten eigene Regeln:

StadtAntragBesonderheit
BerlinBürger- oder Wohnungsamt des Bezirks, online möglich, kostenlosWBS 100, 140, 160, 180 oder 220: die Zahl zeigt, wie viel Prozent der Bundesgrenze dein Einkommen erreichen darf
Hamburgeines der 7 Bezirksämter, online über „Wohnberechtigungsschein HH“, Gebühr 10,25 bis 20,50 €1. und 2. Förderweg für niedrige und mittlere Einkommen. Bei Notlagen gibt es den Dringlichkeitsschein, wenn du seit mindestens 3 Jahren in Hamburg gemeldet bist

In allen anderen Ländern ist das Wohnungsamt deiner Stadt oder Gemeinde zuständig. Dort erfährst du auch die aktuelle Einkommensgrenze.

Freie Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein finden

Mit dem WBS in der Hand fängt die eigentliche Suche erst an. Sozialwohnungen sind knapp, und auf eine Anzeige kommen oft Hunderte Anfragen.

  • Städtische Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften vermieten den größten Teil der WBS-Wohnungen. Schau regelmäßig auf deren Websites.
  • Wohnungsportale: Viele Inserate tragen „WBS erforderlich“ im Titel. Die besten sind oft nach wenigen Stunden vergeben.
  • Wohnungsamt: In manchen Städten vermittelt das Amt selbst, vor allem bei Dringlichkeit.

Bei Wohnungen mit WBS zählt Tempo noch mehr als sonst. Immobot meldet dir neue Inserate auf allen großen Portalen per Push, damit du unter den Ersten bist. Halte deine Mieterselbstauskunft und eine Kopie deines WBS bereit, dann kannst du sofort antworten.

Fazit

Ein Wohnberechtigungsschein lohnt sich öfter, als viele denken: Das Amt zieht vom Brutto Werbungskosten und 30 Prozent pauschal ab, und viele Länder haben höhere Grenzen als der Bund. Lade dir die Checkliste herunter, stell den Antrag beim Amt deiner Stadt und verlänger ihn rechtzeitig, solange du suchst.

Häufig gestellte Fragen zum Wohnberechtigungsschein

Wer bekommt einen Wohnberechtigungsschein?

Jeder, der dauerhaft in Deutschland lebt, einen eigenen Haushalt führen will und mit seinem Haushaltseinkommen unter der Einkommensgrenze liegt. Die Grenze des Bundes liegt bei 12.000 € für eine Person, viele Länder haben aber höhere Grenzen.

Wann bekommt man einen Wohnberechtigungsschein?

Sobald dein bereinigtes Haushaltseinkommen unter der Grenze deines Bundeslands liegt. Entscheidend ist das Einkommen, das du in den nächsten 12 Monaten erwartest, nicht dein Bruttogehalt. Vorher werden Werbungskosten, 30 Prozent pauschal und eventuelle Freibeträge abgezogen.

Kann ich den Wohnberechtigungsschein online beantragen?

In vielen Städten ja, zum Beispiel in Berlin und Hamburg. Such auf der Website deiner Stadt nach „Wohnberechtigungsschein“. Wo es keinen Online-Antrag gibt, reichst du das Formular per Post oder vor Ort beim Wohnungsamt ein.

Bekommen Rentner einen Wohnberechtigungsschein?

Ja, für Rentner gelten dieselben Regeln. Die Rente zählt als Einkommen. Bei Schwerbehinderung oder Pflegebedürftigkeit gibt es Freibeträge von bis zu 4.500 € pro Person, die das Einkommen senken.

Gibt es Tricks beim Wohnberechtigungsschein?

Es gibt keine Tricks, aber legale Möglichkeiten, die viele übersehen: Werbungskosten über der Pauschale nachweisen, Freibeträge für junge Ehepaare oder Schwerbehinderung nutzen, gezahlten Unterhalt angeben und sichere Einkommensänderungen wie Elternzeit melden. Falsche Angaben dagegen können den WBS kosten und strafbar sein.

Was kostet ein Wohnberechtigungsschein?

Das legt jedes Land selbst fest. In Berlin ist der WBS kostenlos, in Hamburg kostet er zwischen 10,25 und 20,50 €. Frag beim Wohnungsamt deiner Stadt nach.

Stand: 17. Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Vorlagen sind Muster ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Aktualität.
Geschrieben von Serdar Palaoglu
Gründer von Immobot.